Plötzlich Pflegefall – 3 Tipps, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter unterstützen können

Ob Schlaganfall, Herzinfarkt, ein komplizierter Knochenbruch oder Demenz – manchmal kann es ganz schnell gehen, dass ein älterer Mensch zum Pflegefall wird. Muss er dann rundum betreut werden, stehen die Angehörigen oft vor einer riesigen Herausforderung. Es ist schwer abzuschätzen, wie lange ein pflegebedürftiges Familienmitglied betreut werden muss und wie viel Zeit das in Anspruch nimmt. Gerade Berufstätige sind deshalb meist ratlos, wie sie die Pflege ihrer Angehörigen mit ihrem Job vereinbaren können. Dabei haben Unternehmen einige Möglichkeiten, sie in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen.

Die Auswirkungen des demografischen Wandels in der Gesellschaft sind deutlich: Bis zum Jahr 2020 werden laut dem Statistischen Bundesamt rund 2,9 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig mit einer Pflegestufe sein. Bis zum Jahr 2030 wird nochmals fast eine halbe Million dazukommen. Mehr als 70 Prozent der jetzigen Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt, davon zwei Drittel ausschließlich durch die Angehörigen und lediglich ein Drittel mithilfe eines Pflegedienstes.

Die Zahlen lassen nur erahnen, welchen logistischen und zeitlichen Aufwand die Betreuung eines Pflegefalls für berufstätige Familien bedeuten. Größtenteils kümmern sich immer noch Frauen um ihre Angehörigen, nur ein Drittel der Hauptpflegepersonen sind Männer. Zwangsläufig stecken sie dafür im Beruf zurück, verzichten auf Karrierechancen und entscheiden sich häufig für Teilzeit.

In einer Gesellschaft, die immer älter wird, ist es wichtig, langfristige Lösungen für dieses Problem zu finden. Für Arbeitgeber wird es deshalb zunehmend zum Wettbewerbsvorteil, wenn sie ihren Mitarbeitern die Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen neben dem Beruf erleichtern und zwar ohne, dass diese Nachteile befürchten müssen.

Hier sind drei Tipps, wie Unternehmen helfen können:

1. Eine pflegesensible Unternehmenskultur schaffen

Arbeitnehmer, die sich um einen Pflegefall in der Familie kümmern müssen, scheuen sich oft vor einem aufrichtigen Gespräch mit dem Arbeitgeber. Die Angst ist groß, als Störfaktor für das Unternehmen zu gelten und Karrierenachteile zu erleben. Um eine geeignete Lösung für beide Seiten zu finden, sollten Vorgesetzte darum signalisieren, dass Mitarbeiter sich anvertrauen können, wenn sie sich in solch einer schwierigen Lebenslage befinden.

Führungskräfte können sich in Seminaren und Vorträgen schulen lassen, wie das am besten gelingt. Dabei erfahren sie nicht nur, welche gesetzlichen Regelungen es gibt, sondern auch, wie sie Stress- und Krisensituationen ihrer Mitarbeiter erkennen und darauf reagieren. 2. 

2.Unterstützungsangebote bereitstellen

Kaum ein Arbeitnehmer macht sich Gedanken über die Pflege von Angehörigen, bevor es ihn oder sie selbst betrifft. Tritt so ein Fall dann aber ein, muss meist ganz schnell eine Lösung gefunden werden. Damit die Leistungsfähigkeit im Beruf während dieser schwierigen Zeit nicht sinkt, liegt es auch im Interesse von Unternehmen, betroffene Arbeitnehmer sofort zu unterstützen. Wichtig sind etwa praxisnahe Beratungs- und Informationsangebote, um rechtliche und finanzielle Fragen zu klären sowie Pflegeeinrichtungen oder ambulante Dienste zu finden.

3. Flexible Arbeitsbedingungen gewährleisten

Anders als bei der Kinderbetreuung ist Dauer, Aufwand und Verlauf bei der Pflege von älteren Angehörigen meist nicht absehbar. Kaum etwas erleichtert Berufstätigen diese Aufgabe daher so sehr wie flexible Arbeitszeiten, zum Beispiel durch Gleit- und Teilzeitmodelle oder Heim- und Telearbeit. Auch die Möglichkeit zum Sonderurlaub hilft betroffenen Beschäftigten, ihre Arbeit mit den Pflegeaufgaben zu vereinbaren.

Quellen:

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