Work-Life-Balance – Damit das Leben zwischen Arbeit und Familie funktioniert

Lauscht man Gesprächen in der U-Bahn oder hört sich in seinem Bekanntenkreis um, vernimmt man überall dieselben Klagen: Zu viel Arbeit, zu wenig Freizeit, zu große Belastung. Wo ist sie denn, die Work-Life-Balance, die angeblich den Stress rausnehmen soll?

 

Work-Life-Balance

Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen immer mehr. Das liegt vor allem daran, dass wir permanent erreichbar sind. Für viele ist es längst zur Gewohnheit geworden, abends nach Feierabend noch schnell die E-Mails zu checken oder beruflich zu telefonieren. Andererseits werben Firmen auch offener für flexible Arbeitszeiten oder sogar Home-Office.

Immer mehr Menschen leiden an Burnout

Trotz höherer Flexibilität gibt es aber immer mehr Burn-Out-Patienten. Was einst fast nur Menschen in Führungspositionen betraf, ist mittlerweile zur Volkskrankheit geworden. Denn der Druck im Job steigt: Gerade zu Beginn der Karriere engagieren sich viele enorm und Überstunden sind völlig normal. Schnell sind Arbeitnehmer dann überfordert. Das wird immer mehr auch zum Problem der Arbeitgeber. Psychische Krankheiten sind laut DAK-Gesundheitsreport 2018 nach Skelett- und Muskelerkrankungen mittlerweile der zweithäufigste Grund für Fehltage im Beruf. „Keine andere Krankheitsart weist solche dynamischen Steigerungsraten auf“, steht im Bericht des Bundeskassenverbandes der BKK.

Anteil der 5 häufigsten Krankheitstagen an Fehltagen
Anteil der 5 häufigsten Krankheitstagen an Fehltagen

Besonders Frauen haben Schwierigkeiten mit der Work-Life-Balance

Frauen leiden am meisten unter der Doppelbelastung von Arbeit und Familie. Statistiken belegen dieses Phänomen: So nahm die Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer Belastungen von 1997 bis 2017 um 165 Prozent zu. Oft bleibt Frauen deshalb nichts anderes übrig, als sich zwischen Karriere und Familie zu entscheiden. Doch das muss nicht sein. Gibt es doch immer mehr unterstützende Maßnahmen von Unternehmen, Dienstleistern und Politik, die eine ausgewogene Work-Life-Balance fördern.

So lassen sich Familie und Beruf besser vereinbaren

Zunächst sollten Unternehmen ihren Arbeitnehmern den Familienalltag erleichtern. Denn wenn Eltern Probleme damit haben, Arbeit und Familie zu vereinbaren, leidet auch ihre Produktivität im Beruf. Sie wünschen sich laut einer Umfrage der Initiative [email protected] vor allem moderne Arbeitsmodelle mit hoher Flexibilität und guter Kinderbetreuung. Mit gleitenden Arbeitszeiten, Home-Office oder Teilzeit lassen sich die Öffnungszeiten der Kinderbetreuungsstätten besser wahrnehmen. Wer jedoch nur Teilzeit arbeitet, verdient nicht nur weniger, er riskiert oft auch einen Karriereknick, wie die Bundeszentrale für politische Bildung bestätigt.

Gerade in Metropolen wie München müssen meist beide Partner für den Lebensunterhalt ihrer Familie sorgen, weshalb sie ihre Kinder tagsüber nicht betreuen können. Daher hat sich eine regelrechte Dienstleistungsbranche etabliert, die erwerbstätige Eltern unterstützt. Die Nachfrage nach Betreuungsstätten, Kinderfrauen, Tageseltern und Au pairs steigt. Es gibt Abhol- und Taxidienste und sogar Veranstalter für Kindergeburtstage. Auch die Politik reagiert auf die sich verändernden Rollen der Mütter und Väter und fördert beispielsweise den Ausbau von Kindertageseinrichtungen.

In anderen Ländern ist die Work-Life-Balance längst etabliert

Andere Länder sind jedoch schon viel weiter. In Frankreich beispielsweise gibt es “als Anreiz für die Geburt mehrerer Kinder (...) finanzielle Hilfen, die erst mit Geburt des zweiten oder dritten Kindes gewährt werden”, erklärt die BPB in einem Bericht zur Vereinbarkeit von Arbeit und Familie. Schweden hingegen hat das Doppelverdienermodell von Eltern längst etabliert, keiner der Partner hat steuerliche Nachteile, wenn er verheiratet ist und jedes Kind Anspruch auf einen Kitaplatz. Schönster Nebeneffekt dieser Politik: Frauen bekommen dort durchschnittlich mehr Kinder als in Deutschland und das, obwohl viele von ihnen arbeiten. Mit immer mehr Ganztagsschulen, Angeboten zur Hausaufgabenbetreuung und dem Betreuungsgeld ist Deutschland jedoch schon auf einem guten Weg, die Work-Life-Balance von Eltern tatsächlich zu stärken.

Möchten Sie weitere Infos erhalten?

Informieren Sie sich gerne vorab zur Nutzung persönlicher Daten.  Sie haben Fragen oder Anregungen im Hinblick auf die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)? Bitte schicken Sie uns eine E-Mail an [email protected]

 

Teilen Sie diesen Beitrag: Facebook Linkedin Twitter

Ähnliche Artikel

Auch mit fast 90 noch mobil – Erfahrungsbericht von CareDriver-Kundin Sophia

Weiterlesen

Das perfekte Weihnachtsgeschenk? Zeit und Freude!

Weiterlesen
up